Kunst bei Querholz 2002

Jan Davids, Langen

Karen Händschke, Frankfurt

Peter Hook, Weinheim

Siegfried Speckhardt, Bensheim

Ed.E.Bryant, Bensheim

 

Der Bergsträßer Anzeiger schrieb zur Ausstellung:

Kunst in ihrer ganzen Vielfalt dargestellt

Kunst ist aus vielerlei Holz geschnitzt. "Kunst bei Querholz" ist nach der Premiere vor zwei Jahren zu einem Markenzeichen geworden, das malende Kunst, handwerkliche Kunst und künstlerisches Handwerk auf einen Nenner bringt. Die zahlreichen Besucher konnten in dem Unternehmen an der Rheinstraße am Wochenende auf wenig Raum Vielfalt erleben, unter anderem Werke von Siegfried Speckhardt und indianische Schnitzkunst von Ed. E. Bryant.

In den Räumen der Schreinerei spielt Holz naturgemäß eine zentrale Rolle. Es ist das Material, aus dem Peter Hook auf archaische Weise seine Möbelunikate fertigt. Mit einem Werkzeug, das die Form eines gebogenen Messers hat, bringt er das rohe Holzstück in Form. Dabei greift er auf uralte Techniken zurück und schafft Möbel, vor allem Stühle, die so solide gebaut sind, dass sie ohne weiteres 250 Jahre alt werden können. Nichts ist geschraubt, alles wird mittels einer Keiltechnik zusammengesetzt. Die Stühle werden weder blank geschliffen noch poliert. Jedes Stück bewahrt den Charakter des Holzes, aus dem es geschnitzt ist. Die Produkte weisen eine beeindruckende Formenvielfalt auf, die in der Rückenlehne besonders sichtbar wird. Kleine kreisrunde Formen an den äußeren Kanten wirken wie Bärenohren. Hook, der heute in Altrip wohnt, ist mit seinem Möbeldesign, seiner Handarbeit und den traditionellen Techniken längst Kult.

Wer Cowboy und Indianer gespielt hat weiß, dass Totems und Masken aus Holz geschnitzt sind. Ed E. Bryant beherrscht diese Kunst wie kein anderer, sie ist ihm geradezu in die Wiege gelegt. Seine Totems und Masken spiegeln die Spiritualität seines Volkes, der Tsimshian-Indianer. Die langen Pfähle erzählen Geschichten aus dem Reich der Mythologie, insbesondere die Tierzeichen berichten von Familienzugehörigkeit, Familienstand und dem Reichtum der Hausbewohner. Die Totems und Masken werden mit traditionellem Handwerkzeug hergestellt. Wer sich in der Schnitzkunst probieren wollte, dem drückte Bryant gerne seine Werkzeuge Bendknife oder Atze in die Hand.

Eisenschrott, in neuen Zusammenhänge gestellt und dadurch zu neuem Leben erweckt: Das ist das Prinzip, nach dem die Künstlerin Karen Händschke arbeitet. Aus verrosteten Nägeln, Schrauben, Sägen- oder Sensenblättern schafft sie ausdrucksstarke, monströs wirkende  Figuren - kreative Abwandlungen von Lebewesen, wie sie vor Jahrtausenden hätten existieren können. Bei den Exponaten handelte es sich überwiegend  um vogelähnliche Kreaturen. Ein verrosteter Eisenring markiert den Kopf, ein Stück Zahnrad den Körper. Zwei aneinander geschweißte Sichelteile formen den riesigen Schnabel, zwei übergroße Schrauben unterschiedlicher Größe werfen einen kecken Blicke auf die Besucher. Dünne Eisenblätter verleihen dem Schwanz eine gewissen Leichtigkeit.

Ganz anders die Exponate von Jan Davids. Der Golschmied bringt das Edelmetall mit anderen edlen Steinen wie Jade in Verbindung. Zierlich und fein wirkt der quadratische Goldohrring, in dem ein blauer Stein funkelt. Mächtig und schwer dagegen die Kette, bei der sich ein großer ovaler, schwarzer Stein an den anderen reiht.

Zum "Sonnentempel" wir die Querholz-Ausstellung mit einer Arbeit von Siegfried Speckhardt. Das gleichnamige großformatige Bild spielt mit hellen und fröhlichen Farben. Es setzt die gelbe Sonne mittig an den oberen Bildrand. Drei gelbe Türme auf orange bis rosa Hintergrund stehen sich gegenüber. Eine Szenerie, die fernöstliche Ruhe und Kraft ausstrahlt, steht im farblichen Kontrast zum unteren Bildteil. Es ist zwar in dunklen Farben gehalten, stellt aber mit mit einer Abgrenzung in Gold eine Verbindung her zum hellen fröhlichen Kopf der Komposition. Der Künstler schafft die unterschiedlichen Bildstrukturen durch Spachtelauftrag oder gespritzte Flächen. Speckhardt malt bei vielen Werken mit einer Verbindung aus Öl und Lack auf silbrigem Metall. Damit erzielt er aufgrund des Lichteinfalls einen besonderen Effekt, der vor allem bei den großformatigen Bildern sichtbar wird.

Nicht zu vergessen die Querholz-Möbel, die Funktionalität mit einer individuellen Note verknüpfen. Nach dem Debüt vor zwei Jahren kann der Initiator der Ausstellung, Andreas Brosy von Querholz, mehr als zufrieden sein. Er hat eine sehenswerte Ausstellung auf die Beine gestellt, die auf große Resonanz stößt.